Willkommen am Detlefsengymnasium in Glückstadt

Abschiedsfeier voller Humor
Am Detlefsengymnasium erhielten gestern 83 Abiturienten ihre Abschlusszeugnisse

Zu Tränen gerührt waren viele, als die 83 Abiturienten die Treppe herunter kamen. Unter viel Applaus nahmen sie Platz. Und dann passierte etwas noch nie Dagewesenes: Es war die wohl launigste, humorvollste Abschiedsfeier in der Schulgeschichte des Detlefsengymnasiums. „Das Nonplusultra“, sagte Norbert Meinert vom Primanerverein. „Alle Achtung. Das ist kaum noch zu steigern.“

Trockene Reden gab es nicht. Schon Direktor Hartmut Appel sorgte bei der lockeren Begrüßung für Stimmung. Selbst die oberen Ränge in der Aula seien gut belegt, „da können wir schon Eintritt nehmen“, meinte er schmunzelnd. Landrat Torsten Wendt hieß er besonders willkommen – und bestätigte ihm hinsichtlich des Neubaus am kreiseigenen Gymnasium ein gute Investition. Dann wandte sich der Schulleiter den Abiturienten zu – und der Sprachentwicklung von Kafka bis hin zu What’s App. Letzteres würde auch er nutzen. Schließlich betonte Appel noch, ein „besonderes Verhältnis“ zu diesem Jahrgang gehabt zu habe, mit vielen „Pflegefällen im Guten und Schlechten“.

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Dorothee Zschoche hatte sich von ihrer Tochter Greta überreden lassen, für die Eltern zu sprechen. Sie überraschte dann mit einem gekonnten Bühnenauftritt. Sie sang ein Wiegenlied von Hildegard Knef mit dem Refrain „... hör’ nicht auf mich“. Ein zauberhaftes Lied, eine Liebeserklärung an das Kind, wofür sie langanhaltenden Applaus bekam.

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Witzig wurde es beim Auftritt der vier Klassenlehrer. Henrik Matthiessen, Doris Weber-Urbach, Birthe Krüger und Katrin Lindau taten so, als probten sie den Auftritt für die Entlassungsfeier.
Sie stritten, ob lange oder kurze Reden gehalten werden sollten, und nahmen sich gegenseitig auf die Schippe. Sie erzählten von einer Klassenreise, bei der der Bus ohne die Lehrer abfuhr, von Unlust und häufiger Verspätung der Schüler. Alle vier machten aber mehr als deutlich, wie gern sie ihre Schüler hatten. Und als sie zum Schluss mit einem flotten Lied „Jetzt wissen wir, was uns Lehrer happy macht: Wir haben euch durch das Abi gebracht“ alle begeisterten – da standen alle Abiturienten auf und applaudierten, überwältigt von so viel Lehrer-Wärme.

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Tolle Musik gab es zwischendurch auch von den Abiturienten. Begleitet von der Schüler-Big-Band des Brunsbütteler Gymnasiums sangen Greta Zschoche, Miriam Engelberg, Paul Heinrich, Maye Hinrichsen, Björn Mess, Marieke Bucher und Katharina Thien Stücke von den Beatles und Elton John.

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Erfüllt von der Vielfalt gab es dann die lobenden Worte von Norbert Meinert, der seit 35 Jahren den Primanerverein leitet. Er freute sich, dass 76 Schüler von 83 des aktuellen Abiturjahrgangs den „Olen Primoners“ beigetreten sind. „Jetzt sind wir 1555 Mitglieder.“

Launig war auch der Auftritt der sechs Schüler Martin Rademacher, Katharina Thien, Marie Töllner, Lena Hansen, Mattes Olde und Morten Schwittay. Wobei vor allem Martin Rademacher für Lacher sorgte. „Ich kann nicht widerlegen, dass wir zu spät kamen“, gab er zu – und auch, dass eine schlechte Moral bei den Hausaufgaben herrschte. Marie Töllner hatte keine Hemmungen zu erklären: „Wir waren Klugscheißer.“ Sie alle bedankten sich bei ihren Lehrern und hoben deren Eigenschaften hervor. So wurde Jasper Kock unterstellt, dass er nicht nur doppelseitig kopieren und auch doppelt das Papier lochen würde – er sei auch ein guter Tänzer.

Landrat Torsten Wendt wünschte, dass viele der Abiturienten später einmal nach Glückstadt zurückkehren werden. Und er gab ihnen ein französisches Zitat mit auf den künftigen Lebensweg: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

83 Zeugnisse gab es schließlich zu verteilen und jede Menge Geschenke, die es alljährlich für herausragende Schüler gibt – ob bei Noten oder anderem Engagement.

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Die besten drei Schüler mit einem Notendurchschnitt von 1,0 sind: Mathis Först, Sina Wittösch und Paul Heinrich.

Christine Reimers