Willkommen am Detlefsengymnasium in Glückstadt

Gymnasiasten stellen im Kunsthaus aus Initiatoren der Ausstellung sind Kunstlehrer Vincent Schubarth und Christiane Opit

„Bewegtes Stillleben“ heißt die Ausstellung, die Schüler der zwölften Klasse des Detlefsengymnasiums im Palais für aktuelle Kunst ausstellen. Ihre Arbeiten zeigen sie vom Freitag, 15. bis Sonntag, 17. Januar.

Zum ersten Mal erhalten Schüler die Möglichkeit in einem echten Kunsthaus auszustellen. Mit der Ausstellung schließt sich ein Kreis, der mit einem der zahlreichen Besuche im Palais begann. Im September ließen sich die Schüler durch die Installationen Kinay Olcaytus – „Sechs Ismen“, in der Ausstellung „Memleket“ – dazu anregen, selbst Gegenstände zu sammeln, zu kombinieren, zu vervielfältigen und zu verfremden. Thematisches Leitmotiv sollte, angelehnt an den „Weihnachtismus“ der Künstlerin, ein eigener Ismus sein. Dabei kamen unterschiedliche künstlerische Techniken zum Einsatz: Bleistift und Zeichenkohle, Tempera- und Aquarellfarbe, Zeitungsschnipsel und Pappmaché.

Der spielerische Wechsel künstlerischer Strategien begleitete die Beschäftigung mit der Geschichte des Stilllebens ausgehend von den ersten täuschend echten Abbildungen von Früchten in der Antike über die symbolisch verschlüsselten Vanitasstillleben des Barock, die Abstraktionen des Kubismus´ und der Objektkunst hin zum zeitgenössischen Medium der Installationskunst. Dass bei zwei Wochenstunden Kunst innerhalb weniger Monate keine virtuosen Künstler und professionellen Kuratoren heranwachsen können, ist für die Initiatoren der Ausstellung, Vincent Schubarth, Kunstlehrer am Detlefsengymnasium, und Christiane Opitz, Leiterin des Palais für aktuelle Kunst, nebensächlich.

Viel wichtiger ist es ihnen , dass die Schüler unter realistischen Bedingungen eine Ausstellung von A bis Z planen und durchführen, wozu neben Raumplanung, Plakatgestaltung, Einladungen, Organisation der Eröffnung sowie Auf- und Abbau der Arbeiten auch die Koordination der Aufsichten gehört. „Es geht uns darum, selbst aktiv zu werden und zwischen beiden Institutionen einen produktiven Austausch zu ermöglichen, denn eigenverantwortliches Handeln mit einer realistischen Zielsetzung ist für die Schüler die beste Motivation zum Lernen“, erklärt Vincent Schubarth.

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Freitag, 15. Januar um 18 Uhr. Die Gäste werden von Christiane Opitz begrüßt, die Einführung hält Vincent Schubarth.

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Die Schüler zweier zwölften Klassen präsentieren ab Freitag drei Tage lang ihre Kunst im Palais für aktuelle Kunst unter dem Thema „Bewegtes Stillleben“.


Schülerkunst: Aspekte des Alltags
Gymnasiasten präsentieren im Palais für aktuelle Kunst ihre Werke in Anlehnung an die „6 Ismen“ der Künstlerin Kinay Olcaytu

Eine Kunstausstellung der besonderen Art bekamen am Wochenende die Besucher des Palais für aktuelle Kunst (PaK) am Hafen zu sehen. Zwei zwölfte Klassen des Detlefsengymnasiums hatten dort ihre Installationen unter dem Motto „Stillleben“ aufgebaut, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Motiviert und angeleitet wurden sie dabei von ihrem Kunstlehrer Vincent Schubarth, der diese besondere Art des Kunstunterrichts sehr schätzt. „Mein Ziel ist es, mit der Kunst eine Vernetzung der Schüler innerhalb von Glückstadt mit anderen Einrichtungen und Künstlern zu erreichen“, erklärt er. Dazu führte er die Oberstufenschüler zu Beginn des Schuljahres in verschiedene Ausstellungen, unter anderem auch im PaK. Im Sommer besuchten sie dort die Ausstellung „memleket.Heimat“ und begeisterten sich dort vor allem für die Serie „6-Ismen“ von Kinay Olcaytu. So inspiriert, begannen die Schüler ihre eigenen „Ismen“ zu finden und in Gestalt umzusetzen. Das Eröffnungspublikum wanderte durch die Ausstellung von „Satan-Ismus“ zu „Alkohol-Ismus“, von „Famil-Ismus“ zu „Femin-Ismus“ , von „Sport-Ismus“ zu „Musikal-Ismus“ und von „Weihnacht-Ismus“ bis hin zu „Wacken-Ismus“

„Genau wie die Ismen der Künstlerin Olcaytu, sind auch die Arbeiten der Gymnasiasten als Forschungsergebnisse zu interpretieren. Es sind Forschungen, die sich größtenteils mit Aspekten des täglichen Lebens der Schülerinnen und Schüler auseinander setzen – und diese Aspekte sind vielfältig“, erkannte PaK-Leiterin Christiane Opitz in ihrer Einführung. Die Schüler selbst formulierten es in ihrer Begrüßung einfacher: „Es wurde viel nachgedacht, überlegt, gesammelt, verändert, verworfen, kombiniert und perfektioniert“, sagten Yrla Wolter und Anna Böttcher im Namen der Schüler. Die Aufzählung macht die Arbeit deutlich, die die Gymnasiasten in dieses Projekt investiert haben, das schließlich in der Ausstellung gipfelte. „Es ist mehr ein glücklicher Zufall, dass wir die Räume hier für dieses Wochenende nutzen können. Es wäre schön, wenn das auch in Zukunft vielleicht mal wieder klappen könnte“, hofft Vincent Schubarth.
Denn er hat noch weitere Projekte, die er mit den Schülern des Gymnasiums verwirklichen will. So plant er nach Abschluss der Umbauarbeiten an der Schule voraussichtlich 2012 ein Projekt „Kunst am Bau“. In der nächsten Zukunft strebt er vor allem eine Zusammenarbeit mit den Glückstädter Werkstätten und vielleicht auch örtlichen Künstlern an. Außerdem werden regelmäßige Besuche aktueller Ausstellung in Glückstadt auch weiterhin zum festen Programm in seinem Kunstunterricht gehören.
Den Schülern scheint diese Art des Unterrichtes zu gefallen. Das sah man nicht zuletzt daran, wie viel Mühe und Arbeit sie nicht nur in das Projekt, sondern auch in den Aufbau im PaK investiert haben. Dafür ernteten sie viel Lob vom Eröffnungspublikum, das sich nicht nur aus ihren Eltern, Freunden und Lehrern zusammensetzte, sondern auch aus vielen Glückstädter Kunstinteressierten und unter anderem auch Bürgermeister Gerhard Blasberg.
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Immanuela Büsing und Veronika Perschin mit ihrem Werk „Öko-Student-Ismus“.
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Jan-Felix Ehrke setzte sich intensiv mit dem Thema „Alkohol-Ismus“ auseinander. Foto:  Jörgens