Willkommen am Detlefsengymnasium in Glückstadt

„Außendeck 4“ – Konzert begeistert (2011)

Schüler des Detlefsengymnasiums zeigen unter der Regie von Dr. Wieland Reich und Regine Borg-Reich musikalisches Sommertheater

Eigentlich hätten die Musik-Theater-Arbeitsgemeinschaften schon auf der neuen Bühne im Ex-Atrium spielen wollen. Aber das Schiff „Detlefsengymnasium“ kann noch nicht anlegen. Der Heimathafen der AGs zeigt sich immer noch als eine Baustelle. Da lag es nahe, für dieses Schuljahr das Motiv des Reisens aufzugreifen und die alljährliche Großpräsentation als eine musikalisch hochgerüstete Schiffsreise zu konzipieren.
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Gesa Först und Melis Kir

An drei Abenden promenierten fast 800 Zuschauer, darunter begeisterte „Mehrfachgucker“, auf „Außendeck 4“, wie Regine Borg-Reich ihr Stück betitelt. Da das „Detlefsengymnasium“ bekanntlich ein sehr musikalisches Schiff ist, gab es als Promenandenkonzert 13 Stücke verschiedener Machart zu genießen, alle aus dem reichen Fundus der internationalen musikalischen Unterhaltungskultur.
Wieland Reich arrangierte sie für die fast zwei Dutzend Mitglieder der schiffseigenen Bordkapelle, für den Sexta-Chor, den Quinta-Chor sowie den Mittel- und Oberstufenchor. Allein dieses aus insgesamt 90 Stimmen bestehende Gesangsensemble sorgte für kräftigen Wellengang und lustige Unterhaltung, aber auch für stille abendliche Backgroundmusik, zum Beispiel einen sanft dahindümpelnden Bossa Nova.
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Dr. Wieland Reich

Wenn der unbedarfte Passagier so übers „Außendeck 4“ schlenderte, bekam er, ganz im Sinne einer weiten Reise, einiges Exotische zu hören. Zum Beispiel eine singende Säge oder die Cabaza Afuché, gespielt von Steffen Peters (9. Klasse), einem Könner an dieser Kürbisrassel. Auch Ganza (Samba-Instrument), Shekere (afroamerikanisches Schlag- und Schüttelinstrument für kubanische Musik), Maracas (Rumbarasseln) und Guiro (Ratschgurke) findet man kaum in einem klassischen Sinfonie-Orchester.
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Steffen Peters

Die stark perkussionsorientierte Musik am Detlefsengymnasium, ein Glückstädter Markenzeichen wie Matjes oder Marktplatz, verlieh den schwierigen Rhythmen, die Wieland Reich da seinen Eleven zumutete, erst das richtige maritime Flair. Da hörte man das Rauschen des Heckwassers, das Donnern der Bugwelle, das Zwitschern exotischer Vögel, das Gebrabbel der promenierenden Passagiere und den Baulärm aus dem Heimathafen. Auch hier sei aus dem Bordorchester der vielseitig geforderte Lennart Blohm (8. Klasse) erwähnt, der immerhin fast zwei Dutzend Perkussionsinstrumente bediente, unter anderem ein Kokiriko und Waschbrett. Die Handlung, die sich um die 13 Musikstücke spann, veräppelte die gängigen Traumschiff-Klischees, aktuelle Soap-Operas und den unter Jugendlichen grassierenden Casting-Wahn. Auch hier gelangen der Inszenierung schöne Szenen, am schönsten der Tango, getanzt von Inga Sextro und Jan-Hendrik Bucher (beide 11 Klasse).
Für besonders viele Lacher, stellvertretend für viele gelungene Gags erwähnt, sorgten die Auftritte des coolen Kameramanns und Leberkäs’-Freunds Max Maaß. Aber auch Pierre Wilckens als Max-Raabe-Imitat hatte die Lacher auf seiner Seite.
Von der Bordkapelle auf dem Traumschiff „Detlefsengymnasium“ seien stellvertretend Gesa Först und Melis Kir (beide 6. Klasse) genannt, die nicht nur ihre Geigen spielten, sondern auch diverse Perkussionsinstrumente. Im Pausen-Interview mit den beiden Quintanerinnen wurde klar: Es machte einfach nur Spaß. Dabei waren Musikstücke verschiedener Stile, meist mit lateinamerikanischen Rhythmen zu bewältigen. Toll, mit welchem Engagement das gesamte Ensemble dabei war!
Peter A. Kaminsky

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(alle Bilder von Christian Hüning)