Willkommen am Detlefsengymnasium in Glückstadt


„Arthur, König” – Schüler-Musical im Gymnasium begeistert (2011)

Bildschirmfoto 2012-06-08 um 12.02.34


Premiere auf der neuen Bühne im Detlefsengymnasium! „Arthur, König”, eine Semi-Oper nach John Dryden und Henry Purcell präsentierten die Musik-Theater-Arbeitsgemeinschaften unter der Leitung von Regine Borg-Reich und Dr. Wieland Reich vor fast vollbesetztem Haus. Und der Begriff „Premiere” bezieht sich nicht nur auf die erste Aufführung dieses Früh-Musicals aus dem 17. Jahrhundert in Glückstadt, sondern vor allem auf den Praxis-Test des neuen Raums in der umgebauten Schule. Nun gibt es endlich eine Bühne mit ordentlichem Licht und einer akzeptablen Tonanlage. Nun können die Orchester- und Chormitglieder über einen Monitor das Bühnengeschehen verfolgen. Und nicht zuletzt: Das Publikum sieht und hört gut, auch aus der letzten Stuhlreihe. Damit aber nicht genug: Die mehr als 100 Mitwirkenden setzen auch die Galerie als Spielort ein, sie treten durch die Reihen des Publikums auf und sie bespielen die Treppe als Show-Ereignis: Spot an, und ein Star schreitet die Stufen herab!
Bildschirmfoto 2012-06-21 um 11.41.00
Nach hartem Gedränge um den kämpferisch besungenen Rotationsellipsoiden sind
Sachsen und Briten als Angelsachsen friedlich vereint. Oder?


Schulleiter Hartmut Appel, nach der Premiere voll des Lobes („einer der schönsten Abende in letzter Zeit”), dankte unter dem anhaltenden Beifall des Publikums der Hundertschaft strahlender Akteure, die die räumliche Herausforderung angenommen hätten: „So gefüllt mit Leben war dieser Raum noch nie!”

Die wiederum hatten ihrem Schulleiter ihrerseits im (wie üblich auf höchstem Sorgfaltsniveau konzipierten und gestalteten) Programmheft auf ungewöhnliche Weise für dessen Einsatz während der Bauphase gedankt: Dessen organisatorischer Rückhalt, Beharrlichkeit und Chuzpe gegenüber seinen Vorgesetzten schaffe eine Arbeitsbasis, die die Entfaltung von Schüleraktivitäten jederzeit fördere.
Bildschirmfoto 2012-06-21 um 11.41.12
Grenzstreitigkeiten: „Ich bin hier König!“, meint Brite Arthur (Pierre Wilckens, rechts).
„Ich auch!“ entgegnet Sachse Oswald (Max Maaß).
Foto: Müller-Tischer


Um es aus der Sicht des Beobachters zu sagen: Das höchste Lob ist in beide Richtungen berechtigt. Der Theaterraum des Detlefsengymnasium ist klasse und in ihm wird klasse Theater gespielt! Die Geschichte dreht sich um die Frühgeschichte Englands, in der die Sachsen mit ihrem König Oswald und die Briten mit ihrem König Arthur um die Vorherrschaft kämpfen. Natürlich streitet man sich dabei auch um Frauen, und Zauberei ist auch im Spiel. Ironisch nimmt die Inszenierung die verschiedenen Versatzstücke, die die Barockoper wie eine Revue präsentiert, auf die Schippe. Das Finale wird als Rugby-Schlacht mit entsprechenden Hooligan-Gesängen inszeniert, und ins Gedränge mischt sich ein musikalischer Hammer nach dem anderen.

Und da es nur eine Halb-Oper ist, kommt dann auch mal ein anderer Komponist zu Gehör (Edward Elgar), dessen eigentliche britische Nationalhymne (Land of hope and glory), aber einfach umgetextet wird, damit es zum völkerverbindenden Ergebnis des Rugby-Spiels passt. Hier wird deutlich, welche ungeheure Arbeit in der Musik und der Inszenierung steckt: Die Musik muss auf Schulniveau umarrangiert werden, die Szenen müssen kurz und einprägsam präsentiert werden, und immer muss es etwas zu lachen geben. Allzu ernst nimmt man die Vorlage und sich selber nicht, wie der angemessene Gag-Rhythmus zeigt. Und singen müssen die Akteure natürlich auch, was sich vor allem für die männlichen Darsteller leicht zu einer unüberwindbaren Hürde entwickeln könnte. Hier aber nicht, das machen die Jungen richtig gut, und die Mädchen sowieso.

Aus der überragenden Gemeinschaftsleistung sei der „Cold Song” herausgehoben. Diese lautmalerische Frost-Arie singt Vanda Hehr. Hier wird nun für alle ein lustiges Happening inszeniert, in dem alle im Orchester, in den Chören und auf der Bühne ihren Spaß haben. Genauso wie das Publikum.
Peter A. Kaminsky

Hier finden Sie Bilder zum Sommerkonzert. Klicken Sie einfach auf den Link.
Die Bilder stammen von Liv Plotz 1. und 2. Aufführung

Weitere Bilder von Herrn Müller-Tischer