
Die Schüler zweier zwölften Klassen präsentieren ab Freitag drei Tage lang ihre Kunst im Palais für aktuelle Kunst unter dem Thema „Bewegtes Stillleben“.
Schülerkunst: Aspekte des Alltags
Gymnasiasten präsentieren im Palais für aktuelle Kunst ihre Werke in Anlehnung an die „6 Ismen“ der Künstlerin Kinay Olcaytu
Eine Kunstausstellung der besonderen Art bekamen am Wochenende die Besucher des Palais für aktuelle Kunst (PaK) am Hafen zu sehen. Zwei zwölfte Klassen des Detlefsengymnasiums hatten dort ihre Installationen unter dem Motto „Stillleben“ aufgebaut, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Motiviert und angeleitet wurden sie dabei von ihrem Kunstlehrer Vincent Schubarth, der diese besondere Art des Kunstunterrichts sehr schätzt. „Mein Ziel ist es, mit der Kunst eine Vernetzung der Schüler innerhalb von Glückstadt mit anderen Einrichtungen und Künstlern zu erreichen“, erklärt er. Dazu führte er die Oberstufenschüler zu Beginn des Schuljahres in verschiedene Ausstellungen, unter anderem auch im PaK. Im Sommer besuchten sie dort die Ausstellung „memleket.Heimat“ und begeisterten sich dort vor allem für die Serie „6-Ismen“ von Kinay Olcaytu. So inspiriert, begannen die Schüler ihre eigenen „Ismen“ zu finden und in Gestalt umzusetzen. Das Eröffnungspublikum wanderte durch die Ausstellung von „Satan-Ismus“ zu „Alkohol-Ismus“, von „Famil-Ismus“ zu „Femin-Ismus“ , von „Sport-Ismus“ zu „Musikal-Ismus“ und von „Weihnacht-Ismus“ bis hin zu „Wacken-Ismus“
„Genau wie die Ismen der Künstlerin Olcaytu, sind auch die Arbeiten der Gymnasiasten als Forschungsergebnisse zu interpretieren. Es sind Forschungen, die sich größtenteils mit Aspekten des täglichen Lebens der Schülerinnen und Schüler auseinander setzen – und diese Aspekte sind vielfältig“, erkannte PaK-Leiterin Christiane Opitz in ihrer Einführung. Die Schüler selbst formulierten es in ihrer Begrüßung einfacher: „Es wurde viel nachgedacht, überlegt, gesammelt, verändert, verworfen, kombiniert und perfektioniert“, sagten Yrla Wolter und Anna Böttcher im Namen der Schüler. Die Aufzählung macht die Arbeit deutlich, die die Gymnasiasten in dieses Projekt investiert haben, das schließlich in der Ausstellung gipfelte. „Es ist mehr ein glücklicher Zufall, dass wir die Räume hier für dieses Wochenende nutzen können. Es wäre schön, wenn das auch in Zukunft vielleicht mal wieder klappen könnte“, hofft Vincent Schubarth.
Denn er hat noch weitere Projekte, die er mit den Schülern des Gymnasiums verwirklichen will. So plant er nach Abschluss der Umbauarbeiten an der Schule voraussichtlich 2012 ein Projekt „Kunst am Bau“. In der nächsten Zukunft strebt er vor allem eine Zusammenarbeit mit den Glückstädter Werkstätten und vielleicht auch örtlichen Künstlern an. Außerdem werden regelmäßige Besuche aktueller Ausstellung in Glückstadt auch weiterhin zum festen Programm in seinem Kunstunterricht gehören.
Den Schülern scheint diese Art des Unterrichtes zu gefallen. Das sah man nicht zuletzt daran, wie viel Mühe und Arbeit sie nicht nur in das Projekt, sondern auch in den Aufbau im PaK investiert haben. Dafür ernteten sie viel Lob vom Eröffnungspublikum, das sich nicht nur aus ihren Eltern, Freunden und Lehrern zusammensetzte, sondern auch aus vielen Glückstädter Kunstinteressierten und unter anderem auch Bürgermeister Gerhard Blasberg.
Claudia Jörgens
Immanuela Büsing und Veronika Perschin mit ihrem Werk „Öko-Student-Ismus“.
Jan-Felix Ehrke setzte sich intensiv mit dem Thema „Alkohol-Ismus“ auseinander. Foto: Jörgens